Heuer, Polt und Zeesenkahn? - Technisches Landesmuseum zeigt historische Boote im Kleinformat
Meisterhaft gebaute Bootsmodelle aus Holz sind vom 20. August bis zum 1. Dezember 2009 im Technischen Landesmuseum Schwerin zu sehen. Der traditionelle Holzbootsbau an der südlichen Ostseeküste ist Thema der neuen Schau „Heuer, Polt und Zeesenkahn“.
Was verbirgt sich hinter den Namen? Der Heuer ist ein Segelboot, das im Stettiner Haff für die Fischerei genutzt wurde. Hinter dem Polt verbirgt sich ein Bodenplankenboot ohne Segel; der Zeesenkahn ist das mit 24 Metern größte Fischereifahrzeug an der südlichen Ostseeküste. Mit seinen braunen Segeln war er typisch für das Stralsunder Revier, bevor er durch das kleinere Zeesenboot abgelöst wurde. Die Zeesen können Interessierte alljährlich zur Zeesbootregatta am Bodstedter Bodden bestaunen.
Schöpfer der historischen Boote im Kleinformat sind die Berliner Modellbauer Sieglinde und Helmut Olszak. Im „Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.“ haben sich die beiden der Dokumentation historischer Bootstypen verschrieben. Fischerei- und Transportfahrzeuge, die heute auf der Ostsee nur noch selten oder gar nicht mehr anzutreffen sind, interessieren die Olszaks. Dabei haben sie mitunter die letzten Fahrzeuge ihrer Art in kleinen Häfen oder auf dem Grunde der Küstengewässer aufgespürt, sie fotografiert und vermessen. Diese Daten oder auch Dokumentationen von Fachkollegen sind die Grundlage ihrer Schiffsmodelle.
Besucher der Ausstellung dürfen sich auf rund 30 Fischerei- und Arbeitsbootsmodelle im Maßstab 1:15 freuen. Die kleine Flotte der traditionellen Bootstypen wird sich nach Ende der Ausstellung vergrößern. Vor allem die Winterzeit nutzt Familie Olszak für den Bau weiterer Modelle. Und im Frühjahr gehen sie wieder entlang der Bodden- und Küstengewässer auf die Suche nach noch unbekannten „hölzernen Schätzen“.


